Anonymität im Einzelhandel - muss das sein?

Anonymität im Einzelhandel - muss das sein?

Liebe Passionistas,

immer wieder lese ich, heute war ich einkaufen bei Geschäft xy und habe mir überhaupt nichts gefunden, die Beratung war total schlecht und ich bin mit Sachen nach Hause gekommen, die überhaupt nicht passen. Es wird vielerorts auf Provision gearbeitet und im Fokus stehst du nicht als Mensch, sondern als Geldmaschine. Irgendwie traurig das Ganze oder nicht? Es wäre doch viel schöner, wenn du in ein Geschäft kommst, du einen Kaffee angeboten bekommst und die Verkäuferin, dich zumindest mit dem Namen kennt oder dir ehrlich die Meinung sagt, wenn ein Kleidungsstück nicht passt.

Vielerorts gibt es Kundinnen, die zum Beispiel keinerlei Kunstfasern mehr tragen möchten, doch bei Billigketten findet man zum größten Teil nur die Materialien.

Ich kann mich noch erinnern, als ich Kind in den 80igern war, gab es noch Textilfachverkäuferinnen, die wussten, welche Kollektion es gab, wie sie von der Qualität beschaffen waren und wo man etwas zum Ändern abgeben konnte, wenn es nicht passte. Versuch dies heute bei einem Großkonzern, da wirst du schief angeschaut, wenn du fragst, ob sie einen Pullover aus Baumwolle haben oder ob man etwas ändern könne. Bei einem Kleid im Sale um EUR 20,00, nimmt man es heutzutage in Kauf, wenn es dann doch nicht passt und schlussendlich liegt es dann nur im Kleiderschrank.

 

Früher stand Qualität noch im Fokus und man hat ein Kleidungsstück mehr als eine Saison getragen. Dies konnte man damals noch, da es sich nicht in der Waschmaschine auflöste oder eine Nummer kleiner wurde. Eine Größe 38 war damals noch eine Größe 38 und man musste nicht 5 verschiedene Größen im Schrank hängen haben. Es gab wenige Anbieter, doch die, die es gab, haben Qualität geliefert. Irgendwie hat sich diese ganze Maschinerie in den letzten 30 Jahren massiv geändert. Mich stimmt dieser Verlauf einfach nur traurig. Wenn ich lese, dass ums Eck wieder eine Filiale eines großen Modekonzerns mit 3.400 qm eröffnet wurde, ein Flagship-Store sozusagen, der sicherlich um die 35.000 Euro Miete im Monat kostet und eine Gasse weiter, ein Traditionskaufhaus schließen musste, da es vom Platzriesen verdrängt wurde. Ich möchte bei Gott kein Bashing über verschiedene Firmen betreiben, aber wenn ich mir die großen Einkaufsstraßen international ansehe, sehen diese überall gleich aus. Ein Geschäft eines Riesen neben dem anderen.

 

Geh doch mal abseits von den großen Einkaufsstraßen und du wirst Geschäfte entdecken, die vielerorts sogar den gleichen Preis anbieten, wie diverse Textilgroßhandelsketten, aber dir Qualität liefern. Die dich mit einem „Grüss Gott“ oder einem „Hallo“ begrüssen, wenn du hineinkommst und du nicht von lauter Musik überschallt wirst. Die dich als Mensch wahrnehmen und dich schätzen und wo du auch ein „Bitte“ und „Danke“ bekommst.

Gib dem kleinen Einzelhandel eine Chance und er wird es dir danken!

In diesem Sinne, Augen auf beim nächsten Shopping.

Eure Dani

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